Die Kirchenglocken von Gondorf
Glocken, als die rufende Stimme Gottes, kennt die Kirche seit undenklichen Zeiten.
Wo die erste Kirche in Gondorf, etwa 600 n. Chr., stand, ist nicht überliefert. Um 1400 n. Chr. soll es bereits eine Kirchenglocke in Gondorf gegeben haben. Die erste überlieferte Glocke trug die Jahreszahl 1669. In einem Inventarverzeichnis vom 13.10.1818 vermerkt der damalige Pfarrer Heinrich Pietiens 3 Glocken, die sich in einem baufälligen Wehrturm neben der damaligen Kirche befinden. Diese Kirche stand südlich der Schlossanlage und wurde 1736 konsekriert. Beim Bau der Moseleisenbahn 1874 - 1879 wurde diese Kirche 1876 mit dem Glockenturm und dem umliegenden Friedhof abgerissen. Der Glockenturm war, nach Hinweisen älterer Gondorfer Bürger, der heute noch als Teilruine vorhandene und unmittelbar neben der Bahnlinie gelegene Turm.
Ein "Gemäldeausschnitt mit der alten Gondorfer Kirche von Domenico Quaglios Besuch an der Mosel, 1827".
Der sich im südlichen Wirtschaftsflügel des Schlosses Von-der-Leyen befindliche Wehrturm dient seit der Einweihung unserer Pfarrkirche St. Johannes Ap., am 10. Juni 1889, bis heute als Glockenturm. Im Jahre 1900 wurden die vorhandenen 3 Glocken aus unbekannten Gründen ausgetauscht. Die größte der neuen Glocken trug die Inschrift „Gloria in excelsis Deo, et in Terra pax hominibus bonae voluntatis“ und wurde von der Baronin Angelika von Liebieg gestiftet. Die mittlere Glocke trug die Inschrift „Sanctissimum cor Jesu, miserere nobis“. Die kleinster Glocke trug die Inschrift „ Sanctissimum cor Mariae, ora pro nobis“. Jedoch mussten 1917 die beiden größeren Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden. Erst am 30. März 1927 beschloss der Kirchenvorstand der Glockengießerei Mabilon in Saarburg den Auftrag für drei neue Glocken in den Tönen „f“, „g“ und „a“ zu erteilen. Die alte kleine Glocke wurde eingeschmolzen. Am 17. Juli 1927 fand die feierliche Glockenweihe statt. Die erste Glocke wurde dem „hl. Joseph“ geweiht und wog 20 Zentner. Die zweite Glocke wog 18 Zentner und war dem „hl. Johannes Apostel“ geweiht. Zur Erinnerung an die Opfer des 1. Weltkrieges wurden auf dieser Glocke alle Namen der Gefallenen und Vermißten von Gondorf und Dreckenach festgehalten. Die dritte und kleinste Glocke war 10 Zentner schwer und wurde dem „hl. Hubertus“ geweiht.
Glockenweihe 1927
Am Sonntag, den 17. Juli 1927, wurden die Glocken eingeweiht. Pfarrer Wilhelm Simon aus Lay hielt die Festpredigt
Nach Beginn des 2. Weltkrieges sollten alle Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden. Der Geschicklichkeit des damaligen Pfarrers Peter Jost ist es zu verdanken, dass die mittlere Glocke, mit den Namen der Gefallenen, erhalten bleiben konnte. Aufgrund eines Beschlusses des Kirchenvorstandes vom 16. Mai 1954 wurden zwei neue Bronzeglocken mit einer elektrischen Geläutanlage bei der Firma Diener & Schade in Auftrag gegeben. Sie trafen bereits am 16. Juli 1954 in Gondorf ein. Es waren die 26 Zentner wiegende große Glocke ( auf den Ton „e“ gestimmt ) und der „hl. Gottesmutter Maria“ geweiht und die 14 Zentner wiegende kleine Glocke ( auf den Ton „a“ gestimmt ) und dem „hl. Joseph“ geweiht. Am Sonntag, den 18. Juli 1954, um 15.00 Uhr, fand die feierliche Glockenweihe unter grosser Teilnahme der Gondorfer und Dreckenacher Bürger statt.
Glockenweihe 1954
Am Sonntag, den 18.Juli 1954, um 15.00 Uhr, begann die feierliche Glockenweihe in der Gondorfer Pfarrkirche. Dechant Jakob Willems nahm die Weihe der Glocken vor.
Die Glocken im Westturm des Schlosses von der Leyen ( 2023 )
v. l. geweiht dem hl. Joseph, der hl. Maria und dem hl. Johannes Ap. Rainer Rühle, März 2026 Auszug „Christl. Leben in Gondorf“
